Zürich, 3. November 2008: Die Flut an schlechten Nachrichten von den Finanzmärkten macht Angst. Glaubt man den amerikanischen und deutschen Fernsehnachrichten, so ist eine neue Weltwirtschaftskrise nicht mehr aufzuhalten. Auch in diesem Fall sind die Medien nicht einfach nur ein Spiegel des „realen“ Geschehens, sondern ein Mitspieler. Gerade die Hiobsbotschaften der Fernsehnachrichten erreichen breite Kreise der Bevölkerung, und beeinflussen sie.
Die kontinuierliche Analyse von Media Tenor zeigt, wie das Konsumklima der Fernsehberichterstattung folgt. Es bleibt aber nicht bei der Konsumstimmung, reale Kaufentscheidungen werden beeinflußt – und so schließt sich der Kreis.
Schon seit Anfang des vergangenen Jahres zeichnen die großen Networks ein trauriges Bild der US-Wirtschaft. ABC, CBS und NBC hoben vor allem auf die Hypothekenkrise ab. „Ganz anders FOX“, erklärt Roland Schatz, Chefredakteur von Media Tenor. „Politische Präferenzen leiten die Nachrichtenauswahl auch, wenn es um die Wirtschaftslage geht.“ In Deutschland hat sich das Bild im Fernsehen seit August 2007 ebenfalls immer mehr verschlechtert. Selbst gute Nachrichten dringen nicht mehr durch – etwa vom Arbeitsmarkt, der in den vergangenen Jahren stets im Mittelpunkt stand, wenn von gleichbleibend hohen Arbeitslosenzahlen zu berichten war.
Der Herdentrieb in den Abgrund läßt Nachrichten, die dem aktuellen Trend zuwiderlaufen, keine Chance. Aber es geht auch anders: „Mit der Ausnahme von Juli und August haben sich die Schweizer TV-Journalisten nicht vom Untergangszenario anderer Medien anstecken lassen. Entsprechend ging der Konjunkturindikator nur im Juli zurück. Im September kauften die Schweizer dann wieder“, resümiert Roland Schatz.
MEDIA TENOR analysiert die Berichterstattung über die wirtschaftliche Lage in Deutschland seit dem Jahr 1994. Für diesen Ländervergleich wurden 3.855 Beiträge in den USA, 6.365 Beiträge in Deutschland und 237 Beiträge in der Schweiz ausgewertet.
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