Zürich, 16. Februar 2010: Nachdem die Euphorie über das gute Wahlergebnis und der Aufstieg zum zweitjüngsten Minister am Kabinettstisch verklungen ist, schlägt dem Gesundheitsminister kräftiger Wind seitens der Medien entgegen. Das „größte politische Talent“ (Spiegel) der FDP befindet sich derzeit in einem Image-Tief. Kritik hagelt es vor allem im Zusammenhang mit der Debatte um die Kassenbeiträge.
Seit Mitte Januar schlagen die tonangebenden deutschen Medien einen raueren Ton an. Konnte sich Rösler noch gut in der Diskussion um die umstrittenen Maßnahmen zur Schweinegrippe behaupten, verliert er in der Berichterstattung um die Zusatzbeiträge der Krankenkassen zunehmend an Ansehen. Auch Röslers Großprojekt Kopfprämie wird von den Journalisten tonangebender deutscher Medien immer kritischer beurteilt. So kommen immer weniger Vertreter zu Wort, die die Gesundheitsprämie befürworten und immer mehr Politikern und Verbandsvertretern wird Aufmerksamkeit geschenkt, die Rösler und seine Pläne verurteilen. „Die Analyse zeigt vor allem, dass dem Gesundheitsminister der Rückhalt in der eigenen Partei fehlt. Die FDP-Kollegen halten sich mit öffentlichen Einschätzungen zur Gesundheitsprämie sehr zurück“, so Roland Schatz, geschäftsführender Chefredakteur von Media Tenor International.
Am kritischsten setzen sich die Fernsehnachrichten seit Amtsantritt mit Rösler auseinander, allen voran die TAGESTHEMEN, am freundlichsten stellen den Gesundheitsminister die Wirtschaftsmedien CAPITAL und WIRTSCHAFTSWOCHE dar. In den politischen Magazinen FOCUS und SPIEGEL ist der Ton dagegen weitgehend neutral.
Media Tenor untersucht die Berichterstattung über Parteien und Politiker in Deutschland kontinuierlich seit 1994. Für diese Analyse wurden insgesamt 1.974 Aussagen von oder über Philipp Rösler ausgewertet in Bild-Zeitung, TV-Nachrichten und -Magazinen, Focus, Spiegel, Bild am Sonntag, Manager Magazin, Capital, Wirtschaftswoche sowie Deutschlandfunk.
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